GM Schleimhautverödung trotz Adenomyose?

Hallo liebes Forum,
ich leide seit Jahren an starken
Unterleibsschmerzen und starker Mens. Verdacht besteht Adenomyose ( im US, im MRT diagnostiziert), im Bauch wurden auch schon wenige Endometrioseherde bereits entfernt.
Ich habe bereits alles Mögliche an Therapie versucht was geht ( leider scheitert auch vieles anhand meinen Allergien).
Als letzteres wäre ein Versuch mit der Verödung anzugehen. Meine FÄ würde den Eingriff im Februar machen. Ich weiss von ihr, dass ich ev. weniger blute, aber ob ich schmerzfreier werde wegen der Adenomyose, wohl eher weniger. Adenomyose würde man anscheinend nicht angehen können. Weil meine FÄ auch nur mit Schlinge abtragen kann, werde ich ev.noch weniger Glück haben schmerzfreier zu werden. Das, weil ich bereits 3 KS hatte und damit die Narben nicht brechen, darf meine FÄ nicht zu viel abtragen.

Aber bevor ich meine GM hergebe möchte ich alles probieren was schonender geht.

Hat das jemand von euch schon machen lassen trotz Adenomyose?
Hatte Erfolg damit oder etwas Besserung damit erziehlt?

Ich bin so skeptisch vor diesem Eingriff, wäre schön wenn mir jemand Mut machen könnte.

Liebe Grüsse
Finina

Hallo Finina. Hoffentlich antworte ich nicht zu spät und kann Ihnen noch helfen. Sie hatten 3 Kaiserschnitte. Eine Adenomyose ist oftmals eine postoperative iatrogene Folge von sogenannten "Schnittentbindungen". Wird die Gebärmutter aufgeschnitten, können Drüsen vom Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) in die Muskelschicht der Gebärmutter (Myometrium) und in die Bauchhöhle gelangen. Bei jeder Periode bilden sich dann schmerzhafte Blutungsherde im Myometrium. Oftmals befinden sich im gesamten kleinen Becken vereinzelte schmerzhafte Endometrioseherde. Im schlimmsten Fall können sich sogar Endometrioseherde in der Lunge ansiedeln, was zu blutigen Auswürfen beim Husten führt. An den Adnexen können sich sogenannte "Schokoladenzysten" bilden. Die Hysterektomie gilt in Deutschland als Standard bei einer Adenomyose. Bilden beide Eierstöcke jedoch noch ausreichend Hormone mit einer Menstruation als Folge, könnten bei übersehenden Endometrioseherden im kleinen Becken trotz entfernter Gebärmutter weiterhin Schmerzen bestehen bleiben. Beschwerdefrei werden Sie erst ab der Menopause. Es gilt also, bis zur Menopause eine Beseitigung der Symptome zu erreichen. Nach der Menopause atrophiert (Gewebeabbau) die Gebärmutter viel langsamer als die Eierstöcke. Deshalb ist ja gerade der Erhalt der Gebärmutter als Stützpfeiler umliegender Organe und des Beckenbodens von enormer Bedeutung! Gutartige Myome bilden eine Pseudokapsel und können daher chirurgisch unter Erhaltung umliegender Gewebestrukturen ausgeschält werden. Adenomyoseherde bilden keine Pseudokapsel und infiltrieren in das Myometrium hinein und lassen sich deshalb chirurgisch schwieriger entfernen. Bevor Sie aber Ihre Gebärmutter opfern, sollten Sie alle Alternativen in Erwägung ziehen. Sie haben als Bildnachweis ein MRT. Wenden Sie sich doch bitte an den Radiologen Prof. Dr. med. Markus Düx im Krankenhaus Nordwest Frankfurt.
Er könnte anhand der MRT-Bilder prüfen, ob im Myometrium der Gebärmutter lokale Herde nachweisbar sind oder ob es sich um eine "diffuse Adenomyose" handelt. Je nach individuellem Befund könnte Prof. Düx eventuell mit einer organerhaltenden Therapie mittels hochfokussiertem Ultraschall helfen. Sollte er nicht helfen können, wäre ein Termin bei der sehr erfahrenen Operateurin Frau Dr. med. Ermis in der Rotkreuz-Klinik in Frankfurt auch eine Option. Sie haben durch Ihre 3 Kaiserschnitte entspechende Vernarbungen und Verwachsungen, die zur Vermeidung intraoperativer Risiken (Verletzungen benachbarter Gewebestrukturen und Organe) nur von sehr erfahrenen Operateuren behandelt werden sollten (Nachweis MIC III - Zertifikat)!!! Auch Dr. med. Andreas Hessler (MIC III) im Krankenhaus Sachsenhausen in Frankfurt ist ausgewiesener Künster, was organerhaltende laparoskopische Operationen betrifft. Frau Dr. Ermis und Herr Dr. Hessler geben ihr bestes, um den Wunsch der Patientin nach Erhaltung ihrer Gebärmutter erfüllen zu können! Informieren Sie doch bitte das Forum, ob und wie Ihnen geholfen werden kann! Viel Glück!!!
MfG

Hallo Finina. Als Nachtrag zur Frage nach Gebärmutterschleimhautverödung sollte erwähnt werden, dass auch dieser Eingriff nur von sehr erfahrenen Operateuren durchgeführt werden sollte. Sollten die Adenomyoseherde tief in das Myometrium infiltrieren, wäre es bedeutsam, dass sehr erfahrene Operateure eine Perforation der Gebärmutter verhindern und professionell schnell handeln können. Eine Perforation der Gebärmutter könnte zu unstillbaren Blutungen führen, was eine Notfall-Hysterektomie zur Folge hätte!!!
MfG